Mammut auf dem Teller, was wir von unseren Vorfahren lernen können

Als die Menschheit noch jung war, gab es kein Übergewicht und keine Adipositas. Die Menschen waren schlank und drahtig. Auch waren die klassischen zivilisatorischen Krankheiten der Wohlstandsgesellschaft, wie Diabetes und Co. schlicht und einfach unbekannt.Selbstverständlich war das Leben der Menschen, die in dieser Zeit lebten, auch sehr schnell zu Ende. Wer nicht von einem Rivalen erschlagen oder bei der Jagd getötet wurde, erfroren oder verhungert ist, der ist eben einfach an Altersschwäche gestorben und das bereits mit 40. Traumhaft, waren die Zeiten ganz sicher nicht.

Doch was können wir von unseren frühen Vorfahren lernen?

Was vor tausenden von Jahren auf den Teller kam, das läuft den Vorstellungen der modernen Gesellschaft doch sehr stark entgegen, ist teilweise sogar exakt das Gegenteil von dem, was uns heute von Ernährungsberatern und anderen Gelehrten sprichwörtlich aufgetischt wird. Da standen Fleisch und Fisch ganz weit oben und Fett war nicht verteufelt, sondern sehr beliebt.

Wikipedia schreibt dazu: „Nahrungsquelle der Jäger und Sammler war lange Zeit alles, was sich im natürlichen direkten Umfeld der Menschen finden ließ: Pflanzen, Früchte, Samen, Wurzeln, Pilze genauso wie Honig, Eier, Fleisch, Fisch und Weichtiere. Milch und Milchprodukte waren vor der Domestizierung von Weidetieren ebenso wenig verfügbar wie die Zuchtformen von Obst, Gemüse und Getreide, die später zu Hauptnahrungsquellen wurden.“

Wenn ich mir da die süßen kleinen Eckzähne meiner Tochter anschaue und ihren unstillbaren Hunger nach Salami, Schinken, Eiern und Mettwurst, wird mir da so einiges klar. Das Brot kann da gerne liegen bleiben.

Unser untrügliches Erbe, der Mammut auf dem Teller, ist immer noch ein Teil unserer Gene und tief verwurzelt. Das wir genetisch gesehen Fleischfresser sind, können wir nicht einfach ignorieren.

Wie lebten unsere Vorfahren?

Dazu schauen wir uns einmal den berühmteste menschlichen Vorfahren, vom Typus Homo Sapiens an, dessen erscheinen vor etwa 200.000 Jahren, historisch belegt wurde.

Sie ernährten sich weitestgehend von den oben beschriebenen Nahrungsmitteln. Erst vor knapp 12.000 Jahren, nach der letzten Eiszeit, begann der Mensch mit dem systematischen Anbau von Getreide und Gemüse.

Der hochentwickelte Homo Sapiens hat sich rein rechnerisch grob 188.000 Jahre von Fleisch, Fisch, Eiern, Wurzeln und Beeren ernährt und kannte kein Brot, keinen Reis und schon gar nicht Kartoffeln und Nudeln.

Er hat also, etwas überspitzt gesagt, nur 4% seiner Existenz auf Erden Brot und Pasta gefuttert und die restliche Zeit eben nicht.

Wenn wir nun also davon ausgehen, dass unsere Gene über die Jahrtausende nahezu unverändert geblieben sind und immer noch in jedem von uns schlummern, dann stellt sich mir natürlich schon die Frage:

Auf was sind unsere Körper denn wirklich eingestellt?

Auf Nudeln mit Sauce oder auf Fleisch, Fisch, Gemüse und Beeren?

Und warum wurde dann in den neunziger Jahren eine Ernährungspyramide vorgestellt und schon geradezu als Heilsbringer propagiert, in der auf der untersten Ebene Weizen und Getreideprodukte als Basis einer gesunden Ernährung empfohlen wurden?

Fakt ist, dass Kohlenhydrate in Form von Weizen und die daraus hergestellten Produkte in Zeiten von Armut und Nahrungsmittelknappheit, viel zur Bekämpfung des Hungers beigetragen haben.

Fakt ist aber auch, dass zumindest der Anbau von Weizen eigentlich einen ganz anderen Sinn hatte. Er sollte die Versorgung der ersten Landwirtschaften mit Korn und Winterfutter gewährleisten, also das Vieh ernähren und nicht den Menschen.

Der Mensch begann also sich eine weitere Nahrungsquelle zu erschließen. Mehl wurde erzeugt, Brot wurde gebacken und dennoch hatten die Menschen vor mehr als 1.000 Jahren weitaus weniger Gewichtsprobleme als wir heute.

Welche Gründe gibt es dafür?

Sie haben nicht im Überfluss gelebt, oft gehungert weil nichts da war, selten genascht (da gab es auch noch fast nichts) und sich deutlich mehr bewegt. Vor allem aber haben sie körperlich sehr viel härter gearbeitet, als der Durchschnitts-Büromensch das heute tut.

Daher waren Kohlenhydrate für die Menschen des Mittelalters oder der Antike auch noch viel wichtiger. Denn Kohlenhydrate sind schnell verfügbare und billige Energielieferanten und stillen den Hunger recht schnell.

Mein Opa hat sicherlich nicht auf seine Figur geachtet und auch keine Rücksicht auf die Kalorien genommen. Er hat gegessen was er mochte und war sein Leben lang weder dick noch träge.

Aber ich erinnere mich nur allzu gut daran, wie er den ganzen Tag im Kittel und mit seinem Werkzeug ums Haus flitzte und hier und da tüftelte und hantierte. Hätte ich ihm einen Schrittzähler ans Bein gebunden, ich wette es wären täglich mehrere Kilometer dabei zusammen gekommen.

Und wie sieht es heute aus?

Die meisten Menschen und ich nehme mich dabei nicht aus, arbeiten nicht mehr körperlich und bewegen sich fast nicht mehr. Die Lebensmittel bekommen wir im Supermarkt, jagen muss schon lange keiner mehr. Bewegung? Fehlanzeige! Das ist auch gleichzeitig das Problem mit der Kohlenhydratmast in unserer Gesellschaft.

Wer soll die ganze Energie noch verbrennen?

Fazit

Der moderne Mensch hat sich zwar in vielen Bereichen weiter entwickelt, vor allem die Lebens- und Arbeitsbedingungen sind seit gut drei Jahrzehnten einem kontinuierlichen Wandel unterlegen. Die Entwicklung jedoch, unsere Gene haben sich noch lange nicht von der Steinzeitdiät entwöhnt.

Wir sind inpunkto Nahrung dem Steinzeitmenschen viel näher als wir es glauben oder wahrhaben wollen. Oder warum glaubst du bevorzugen so viele Kleinkinder unbewusst Fleisch und lassen das Brot auf dem Teller? Und das ist nicht nur bei meinen Kindern so.

Nicht umsonst schrieb der berühmte Kinderbuchautor Heinrich Hoffmann in seinem Struwwelpeter „wenn sie ihre Suppe essen und das Brot auch nicht vergessen…“ denn offensichtlich haben die Kinder schon damals Brot nicht unbedingt mit Leidenschaft verzehrt.

Ich persönlich glaube an die somatische Intelligenz, die Kinder noch besitzen und die ihnen signalisiert wann sie was essen sollten und wann nicht. Daran erinnere ich mich immer wieder selbst, wenn ich meinem Sohn wieder einmal sein Essen aufschwatzen will, weil ich mir Gedanken über seine schlanke Figur mache.

Im nächsten Artikel möchte ich dir gerne der Frage nachgehen, warum wir eigentlich immer dicker werden und was du tun kannst, um das zu verhindern.

Zum Abschluss habe ich 3 Fragen für dich:

1.) Wie fühlst du dich in deiner Haut?

2.) Wie sieht deine persönliche Ernährungspyramide aus?

3.) Wie oft denkst du über deine Nahrung nach?

Bis zum nächsten Mal und bleib‘ gesund!

Dein
Sascha Röhler

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